VFR-Wetterbriefing: Ablauf & Checkliste
Ein vollständiges Briefing ist mehr als ein Blick aufs aktuelle METAR. Dieser Artikel ordnet die Bausteine – METAR, TAF, NOTAM, amtliche Warnungen und mehr – in eine zeitliche Abfolge, wie sie sich in der Praxis bewährt hat, und verlinkt zu den jeweiligen Vertiefungen.
Tage vorher: grobe Machbarkeit
Ein erster Blick auf die Tagesvorhersage und den Trend der Regionalmodelle zeigt, ob der Flugtag überhaupt realistisch ist. In dieser Phase geht es um die großräumige Lage – Frontensysteme, Hochdruckgebiete, Temperaturtrend –, nicht um belastbare Details.
Am Vortag: Wetterlage verdichten
- TAF für Start-, Ziel- und mögliche Ausweichplätze prüfen – reicht meist bis etwa 30 Stunden im Voraus.
- Großräumige Lage über GAMET und amtliche Warnungen einordnen.
- Bei erwarteter Hitze grob Density Altitude überschlagen – wird an heißen Tagen schnell zum limitierenden Faktor.
- NOTAMs für Start-, Ziel- und Ausweichplatz sowie die überflogenen Lufträume abrufen.
Am Flugtag, kurz vor dem Start
- Aktuelles METAR für Start- und Zielplatz, plus TAF-Änderungsgruppen (
TEMPO/BECMG), die in den Flugzeitraum fallen. - Amtliche Warnungen erneut prüfen – zwischen Vortag und Start kann sich die Lage ändern.
- Crosswind-Komponente für die aktive Bahn berechnen.
- Prüfen, ob VFR-Flug im geplanten Luftraum überhaupt zulässig ist – siehe VFR-Sichtflugminima. Wichtig: Die MVFR/IFR/LIFR-Wetterkategorie allein beantwortet diese Frage nicht.
- NOTAMs ein letztes Mal auf Änderungen seit dem Vortag prüfen.
Während des Streckenflugs
Höhenwind- und Streckenwetter für die geplante Route im Blick behalten, ebenso mögliche Ausweichplätze. Aktuelle SIGMETs entlang der Strecke – etwa eingelagerte Gewitter oder starke Turbulenz – gehören auch unterwegs beobachtet, nicht nur in der Vorbereitung.
Checkliste zum Abhaken
- ☐ Tagesvorhersage / Regionalmodell-Trend (Tage vorher)
- ☐ TAF Start, Ziel, Ausweiche (Vortag)
- ☐ GAMET / amtliche Warnungen (Vortag)
- ☐ Density Altitude bei Hitze überschlagen (Vortag)
- ☐ NOTAMs Start, Ziel, Ausweiche, Lufträume (Vortag + erneut am Flugtag)
- ☐ Aktuelles METAR Start/Ziel + relevante TAF-Änderungsgruppen (Flugtag)
- ☐ Crosswind-Komponente für die aktive Bahn (Flugtag)
- ☐ VFR-Minima für den geplanten Luftraum bestätigt (Flugtag)
- ☐ SIGMETs entlang der Strecke (Flugtag + während des Fluges)
Häufige Fragen
Wie lange vor dem Flug sollte ich mit der Wettervorbereitung anfangen?
Für die grobe Machbarkeit reicht ein Blick 2–3 Tage vorher. Belastbar wird die Einschätzung erst mit TAF (bis etwa 30 Stunden im Voraus) und wird am Flugtag selbst mit aktuellem METAR und GAMET weiter verfeinert.
Ersetzt eine Wetter-App das amtliche Briefing?
Nein. Apps wie VFR Wetter bündeln öffentlich zugängliche Wetterquellen zu einer verständlichen Einschätzung, ersetzen aber weder die amtliche Flugwetterberatung noch die eigenständige Prüfung von NOTAMs, Lufträumen und der aktuellen Rechtslage.
Was gehört zwingend zu jedem Briefing, unabhängig vom Wetter?
NOTAMs für Start-, Ziel- und Ausweichplatz sowie überflogene Lufträume – sie sind kein Wetterprodukt und werden von keiner Wetter-App geliefert.
Und jetzt?
Die einzelnen Bausteine dieser Checkliste sind im Wissen-Bereich jeweils vertieft. Für den Teil, den VFR Wetter automatisiert – zentrale Empfehlung, METAR-/TAF-Dekoder, Route als Gefahrenkorridor, Performance-Tab und das teilbare Briefing-PDF – siehe die Anleitung zur App.
Diese Checkliste ersetzt keine luftfahrtrechtliche Ausbildung und keine amtliche Flugwetterberatung. Die Verantwortung für eine vollständige, korrekte Flugvorbereitung liegt stets beim verantwortlichen Luftfahrzeugführer.